Referendariat – Wie sieht es aus?

Allgemeine Informationen zum Seminar

Eine der größten Herausforderungen in der Ausbildung der Kunstlehrerinnen und -lehrer stellen die Übergänge der einzelnen Ausbildungsabschnitte dar. Studierende, die sich in der ersten Phase befinden, können sich oftmals nicht vorstellen, wie es danach im Referendariat weitergehen kann. Deshalb verwundert es auch nicht, dass der Vorbereitungsdienst auf Seiten der Studierenden mit düsteren Vorahnungen und unspezifischen Ängsten verbunden ist. Der banale Grund dafür ist meistens Unkenntnis. Da an dieser Schnittstelle zwei komplett unterschiedliche Systeme aufeinander treffen, nämlich die Kunstakademie mit ihrem Fokus auf möglichst freier künstlerischer Entwicklung, und die Schule mit ihrem Fokus auf der konkret-pädagogischen Anwendung, ist der Blick über den Tellerrand für jeden einzelnen schwierig. In diesem Seminar wird der Versuch eines gemeinsamen Kennenlernens unternommen. Praktische Berichte aus den verschiedenen Seminarstandorten für Kunst in Bayern von Referendarinnen und Referendaren, aber auch von Seminarlehrkräften, stehen daher auf der einen Seite, genauso wie Besuche der Seminarschulen, wenn dies möglich ist. Flankiert wird dieses praxisnahe Eintauchen von relevanten Theorieansätzen, vor allem aus der Professionalisierungsforschung. Die Kunstpädagogen Andrea Dreyer (Kunstpädagogische Professionalität und Kunstdidaktik) und Georg Peez (Kunstpädagogik und Biografie) haben hierzu beispielsweise in den vergangenen Jahren beachtenswerte Publikationen vorgelegt, die ein wichtiger Inhalt des Seminares sein werden. Gleichzeitig soll aber auch das Ausloten des Rollenverständnisses von Kunstlehrkräften thematisiert werden. Inwieweit ist es denn überhaupt möglich, gleichzeitig Erziehungsbeamter und Künstler zu sein, wie es der Kunstdidaktiker Gunter Otto einmal formuliert hat?

Studienorganisatorische Hinweise

Dieses Seminar ist Teil des Wahlpflichtangebotes (Modul Kunstpädagogik). Bei regelmäßiger Teilnahme werden 2 ECTS-Punkte gutgeschrieben, bei Teilnahme und Hausarbeit – für die ein bestimmter Teilbereich des Seminars vertieft und schriftlich ausgearbeitet wird – sind es 3 ECTS-Punkte.